Kulturraum Ruine Spilberg

Die Schloss-Auen

Auszüge aus dem Langensteiner Heimatbuch von Johann Prinz, 1997 (Seiten 513 bis 518):

Dieses in Privatbesitz befindliche Gebiet von Spilberg, die obere und untere Schlossau und alle anderen dort befindlichen Auen und Alleen vermitteln der Langensteiner Bevölkerung seit jeher den Begriff "Heimat". 1994 hatte die Eigentümerin beschlossen, in diesem Naherholungsgebiet Schotterabbau zu betreiben.

Zur Verhinderung dieser großflächigen Zerstörungsaktion haben sich die Langensteiner Bürger und hier besonders der Umweltausschuss der Gemeinde unter der Leitung des Obmannes Gottfried Stütz, aber auch alle übrigen Gemeindemandatare, ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit in enger Zusammenarbeit mit der Gruppe "PRO Langenstein" in verantwortungsbewußter Weise gegen dieses unnötige Zerstörungsprojekt gestellt.

Weiters haben sich die Bürger der gesamten Region von Luftenberg, St. Georgen an der Gusen, Langenstein, Mauthausen und sogar von Enns solidarisch gegen die Verwirklichung dieses Projektes ausgesprochen.

Ein ganz besonders diffiziles Thema war dabei die mit größter Wahrscheinlichkeit eintretende Verunreinigung und somit Zerstörung des riesigen Trinkwasserreservoirs bester Qualität unter der Spilbergau, welches unter der Bezeichnung "St. Georgener Bucht" aufscheint.

Umweltschützer haben sich bemüht, zusammen mit dem ehemaligen Leiter der Stromaufsicht im Donaustrom Schotterbänke gleicher Qualität ausfindig zu machen, die aus Sicherheitsgründen für die Schifffahrt sogar abgebaut werden sollten und deren Abbauvolumen ein Mehrfaches des Schotters der Schlossau betrug. Die Betreiberfirma zeigte jedoch kein Interesse.

Zuständig für die Umwidmung des Areals war damals noch die Gemeinde Enns. Am 9. Februar 1995 beschlossen deren Stadtgemeindevertreter trotz unserer rechtzeitig vorgebrachten Argumente die Umwidmung.

Fotos von den Protestkundgebungen "Rettet die Schlossau"


An der 1. Großkundgebung am 5. März 1995 nahmen ca. 3.000 Menschen teil. Anlässlich der Demonstration wurden über 9.000 Unterschriften gegen das Schotterprojekt gesammelt.

Am 17. März 1996 fand eine weitere Großdemonstration statt, an der wiederum über 3.000 Bürger teilnahmen.

Seit 1. Jänner 1997 gehört nun das betreffende Areal zur Gemeinde Langenstein. Somit wurde ein über 70 Jahre laufendes Grenzbereinigungsverfahren Traunviertel-Mühlviertel abgeschlossen.

Die Rodung der Schloßau begann letztendlich im Jahre 1998 ...

Fotos von der Schlossau einst und heute